Die ursprüngliche Gestaltung der Kirche wurde stark durch die Funktion als Wallfahrtskirche bestimmt. Wie die zugemauerten Pforten an der Nordseite des Chores belegen, waren Nebengebäude durch Pforten mit dem Chorraum verbunden. So gab es genügend Platz für die Pilgerscharen, die zur Verehrung des Marienbildes nach Ziegenhain gekommen waren.
Aus den noch vorhandenen Pilgerzeichen kann man sich eine Vorstellung vom Marienbild machen. Diese Zeichen zeigen die Muttergottes mit dem Jesuskind unter einem reichen gotischen Baldachin. Unterhalb des Rahmens befindet sich ein Wappen mit dem ?Thüringer Löwen
Diese Zeichen belegen die Bedeutung von Ziegenhain als Wallfahrtsort, da das Privileg, Pilgerzeichen zu verkaufen, vom Papst persönlich verliehen wurde. Diese Zeichen geben auch Zeugnis von der Herkunft der Pilger, wenn sie der jeweiligen Heimatkirche gespendet wurden. Man findet noch heute Pilgerzeichen von Ziegenhain am Mantel der Kirchglocken von Großkrobitz, Graitschen, Arnshaugk, Wetzdorf, Großkochberg, Großurleben und Ranis in Thüringen, aber auch in Hainchen oder Krumpa bei Merseburg in Sachsen-Anhalt (H. Sciurie 2000)
